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Rundgang durch Rain

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© Stadt Rain

Der geschichtliche Rundgang durch die Altstadt von Rain

Grundlage für diesen Rundgang ist das gleichnamige Taschenbuch, das am 23. Juli 2009 in 2., überarbeiteter, Auflage erschienen ist. Verkaufspreis: 3,50 Euro.
Erhältlich an der Rathauspforte, in der Stadtbücherei und im Rainer Buchhandel. Herausgeber: Stadt Rain
Text: Harald Johannes Mann
Redaktion: Susanne Niklas und Adalbert Riehl
Internet-Redaktion: Adalbert Riehl
Bilder: Fotoclub Rain e.V., Adalbert Riehl und Natur in Rain 2009 GmbH Hinweis: Stadtführungen bieten die "RainLotsen" und der Freundeskreis "Alt Rain" e. V. an.
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1 Gründung Rains und Burgviertel

Der geschichtliche Rundgang durch die Altstadt beginnt in ihrem südöstlichen Winkel, im Burgviertel zu Füßen des Wasserturms; diese Ecke hängt eng mit der Gründungsgeschichte Rains zusammen. Beim "Karrer" (Hauptstr. 15) biegen wir in die Burggasse ein und stehen bald vor einem Stück rekonstruierter Stadtmauer mit Durchgang zum Ziegelmoos.
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2 Georg-Weber-Park

Ein schmaler Weg, die Ziegelmoospassage, führt durch die erneuerte Stadtmauer hinunter zum Georg-Weber-Park.

3 Ziegelschanze und Lourdesgrotte

Wir steigen wieder zur Altstadt, zur "Burg" und die Stufen zum Wasserturm hoch und biegen bei der Einmündung in den Grottenweg nach rechts zur früheren Ziegelschanze ab.
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4 Städtischer Friedhof

Von der Grotte führt uns ein Abstecher in Richtung Münchner Straße zum Städtischen Friedhof.
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5 Bayertor und Schloss

Wir kehren zurück in die Altstadt, entweder über die Münchner Straße, vorbei am Postgebäude aus dem Jahre 1931 beim Rainer "Stachus", oder, was Geschichts- und Naturfreunden zu empfehlen ist, wieder über die Grotte und den Grottenweg in nördlicher Richtung zur Hauptstraße.
Originelle Jugendstil-Fassaden, Hauptstraße 20 und 22
Originelle Jugendstil-Fassaden, Hauptstraße 20 und 22

6 Hauptstraße

Wir kehren entweder über die Schloßstraße oder von der ehemaligen Knabenschule nach Süden über die Baumanngasse zurück zur Hauptstraße.
Details des Dioramas "Schlacht bei Rain" im Heimatmuseum.
Details des Dioramas "Schlacht bei Rain" im Heimatmuseum. © Stadt Rain

7 Oberes Eck

Durch den Engpass zwischen den Häusern Hauptstr. 63 und 65 betreten wir das "Obere Eck".
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8 Die katholische Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer

Fotofreunden sei die Perspektive vom Haus Kirchplatz Nr. 11 nach Osten empfohlen, mit dem geschlossenen Ensemble des südlichen Kirchplatzes und der Allerheiligenkapelle als Blickfang.
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9 Die evangelisch-lutherische Kirche St. Michael

Der Pfarrstraße und anschließend der Bürgermeister-Bleimayr-Straße folgend, gelangen wir zur Bahnhofstraße. Dort biegen wir links ab. Wir folgen der Bahnhofstraße bis zur Johannes-Bayer-Straße und gehen nach rechts bis zur evangelisch-lutherischen Kirche. Das Zentrum der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Rain befindet sich außerhalb der Altstadt, im Bahnhofsviertel, an der Ecke Johannes-Bayer- und Franz-Lachner-Straße. Vom ersten "historischen" Bau aus dem Jahre 1937 – für die damals sehr kleine evangelische Gemeinde – stehen noch das Pfarrhaus und der Kirchturm. Von 1987/88 hingegen stammen Gemeindezentrum und Kirche, gestaltet vom Münchener Architekten Theodor Hugues. Die St.-Michaels-Kirche mit ihrem quadratischen Grundriss erweist sich als schlichter, schmuckloser, himmelanstrebender Raum, in dem Holz dominiert. Die symbolträchtige Innengestaltung entwarf der Inchenhofener Künstler Eckard Hauser nach dem Grundsatzprogramm "Das Kreuz als Bindeglied zwischen Himmel und Erde". Die Steinmetzarbeiten führte Karl Faig aus Rain aus. Unter dem zentral postierten Altartisch steht eine Pyramide aus Solnhofener Marmor als Sinnbild des irdischen Lebens. Die Marmorspitze ist abgebrochen – ein Zeichen für die Unvollkommenheit des Diesseits und der Menschen. Statt ihrer sitzt eine Glasspitze auf der Lebenspyramide und damit zugleich auf dem Altar. Das Glas symbolisiert die Reinheit und Vollkommenheit Jesu Christi. Die Glasspitze weist hinauf zum herabhängenden, braun-violett gestrichenen Holzkreuz, an dem der Heiland sein Erlösungswerk für die sündige Menschheit vollbrachte und so die Unvollkommenheit besiegte. Eine Figur des Gekreuzigten fehlt jedoch. Dafür glänzen am Kreuz vier geschliffene Glasprismen als Sinnbilder für die Wundmale Christi. Über Altar und Kreuz hoch oben an der Decke leuchtet der Himmel, den der Erlöser den Gläubigen erworben hat – ein Himmel mit 64 Feldern, in dem die Regenbogenfarben glänzen. Die Sonnenstrahlen werden durch acht Lichtprismen eingefangen und als rechteckige, regenbogenfarbene Flächen in den Raum herabgelenkt. Westlich vom Altar samt seinen beiden originellen Leuchtern (stehende Glasprismen mit kreuzförmigem Grundriss) befindet sich die Kanzel aus Holz. Dahinter steht die Orgel, die 1993 von der Firma Deininger, Renner & Co., Oettingen, erbaut wurde, südlich davon der marmorne Taufstein, ein Geschenk der katholischen Pfarrgemeinde Rain. Die Kirchenbänke gruppieren sich an drei Seiten um Altar, Kanzel und Orgel.
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10 Die Wegkapelle "Maria Birnbaum"

Wir spazieren vom evangelischen Gemeindezentrum über die Franz-Lachner-Straße nach Süden, biegen an ihrem Ende links in die Neuburger Straße ein und wandern nach links weiter. Nach einigen Minuten sehen wir zwischen Wohn- und Gewerbegebiet nördlich der Neuburger Straße die Wegkapelle "Maria Birnbaum". 1996/97 wurde sie durch eine Bürgerinitiative wieder aufgebaut. Ihr Vorgängerbau stand weiter stadteinwärts, vor dem heutigen Möbelhaus Würmseher. Sie musste 1960 beim Ausbau der Einmündung des Klausenbrunnenweges in die Neuburger Straße weichen. Schon 1698 wurde eine Kapelle "bei Unserer Lieben Frau vom Birnbaum" (vor dem heutigen Möbelhaus Würmseher) erwähnt. 1705 berichtet eine Quelle über das "Kleine Bildnis der lieben Mutter Gottes vom Birnbaum", genannt "Altötting vor dem Bayertor". Konsequenterweise barg sie eine Darstellung der Schwarzen Madonna von Altötting. Der jetzige schlichte Neubau von 1996/97 weiter stadtauswärts erlebt gelegentlich Marienandachten. Den Innenraum der Kapelle mit seiner schönen, schiffsbugähnlichen Holzdecke ziert eine knapp 50 cm hohe Statue der schmerzhaften Gottesmutter. Der Donauwörther Hobbykünstler Richard Knoll hat diese Marienfigur aus Holz geschnitzt, farbig gefasst und für die Kapelle gestiftet.