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Georg Mayr

Jesuit, Hellenist
geboren 1564 in Rain
gestorben am 25. August 1623 in Rom

 

Katechismus von Georg Mayr SJ (Hg..): Petron Kanision [....] Kathechismos eikonismenos [griechisch], Augsburg 1613. SJ-Bild/Müller
Katechismus von Georg Mayr SJ (Hg..): Petron Kanision [....] Kathechismos eikonismenos [griechisch], Augsburg 1613. SJ-Bild/Müller
  • Eltern: Kaspar und Ursula Mayr
  • Sein Bruder Melchior stiftete 1621 gemeinsam mit Georg eine Pfründe von 525 Gulden ins Spital.
  • Wichtigste Stationen seines Wirkens:
  • Noviziat der Gesellschaft Jesu in Landsberg am Lech (ab 1583)
  • 14 Jahre Lehrer für Literatur, Hebräisch und Griechisch in Regensburg
  • 6 Jahre Studienpräfekt, akademischer Prediger und Professor für Hebräisch in Dillingen (1592 – 1598)
  •  Berufung nach Augsburg als Wissenschaftler und Seelsorger ab 1598

Georg Mayr wurde 1564 in Rain am Lech in der Diözese Augsburg geboren und trat am 31. März 1583 in Landsberg am Lech in das Noviziat der Gesellschaft Jesu ein. Schon in der frühesten Schulzeit fiel er durch seine Lernbegierde auf. So fragte er eines Tages seinen Lehrer, warum denn ein Kruzifix, das er in der Kirche gesehen hatte, eine dreifache Überschrift hätte. Als ihm der Lehrer erklärt hatte, dass dies in Latein, Griechisch und Hebräisch geschrieben sei, ließ es ihm keine Ruhe, bis auch er diese Sprachen erlernen konnte. Später brachte er es zu einer so großen Professionalität, dass er zu den besten Kennern zählte und von vielen Autoritäten zurate gezogen wurde.

Mayr lehrte nach Abschluss seiner Studien zunächst 14 Jahre Literatur, Hebräisch und Griechisch in Regensburg. Dann wirkte er sechs Jahre als Studienpräfekt, akademischer Prediger und Professor für Hebräisch in Dillingen bis er nach Augsburg berufen wurde, wo er 24 Jahre lang in Wissenschaft und Seelsorge segensreich tätig war.

Ferner war er unermüdlich – und das galt ihm als Erholung von seinen wissenschaftlichen Arbeiten – im Besuch der Armenhäuser, Kasernen und Gefängnisse. Dabei machte er die Erfahrung, dass die armen Arbeiter infolge ihres häufigen Umgangs mit Protestanten nur zu leicht ihre religiösen Pflichten vernachlässigten und setzte darum bei der kirchlichen Behörde durch, dass keinem mehr ein Zeugnis ausgestellte wurde, der sich nicht über den Empfang der Sakramente ausweisen konnte.

Für die Studierenden gab Georg Mayr SJ verschiedene Andachts- und Erbauungsbücher mit lateinisch-griechischem Text heraus, so die "Nachfolge Christi" des Thomas a Kempis und die Lebensgeschichte des Ordensgründers Ignatius von Loyola ("Vita Sancti Ignatii Loiolae Societatis Iesu fundatoris", Augsburg 1622). Sein lateinisch-griechischer Katechismus des Petrus Canisius erschien schon 1595 zu Ingolstadt und erlebte mehrere Auflagen; laut der Vorrede sollte er den Studenten auch besonders die Erlernung des Griechischen erleichtern. Desgleichen übersetzte er diesen Katechismus ins Hebräische.

Große Bedeutung erlangten die Bilderkatechismen, die, teils von anderen besorgt, in fast allen bekannten Sprachen – deutsch, lateinisch, griechisch, italienisch, spanisch, französisch, portugiesisch, englisch, böhmisch, slowenisch und chinesisch – erschienen. Mit der Erfindung des Buchdrucks mittels beweglicher Lettern trat die Funktion des Bildes als Lehrmittel ganz in den Vordergrund. 1483 wurde in Nürnberg eine Bibelausgabe in deutscher Sprache gedruckt, die von Anton Koberger reich mit Holzschnitten bebildert war und weiteren Bibelausgaben als Vorlage diente. Ab 1522 ließ auch Martin Luther seine Bibelübersetzungen illustrieren. Das förderte deren rasche Verbreitung.

Die Gesellschaft Jesu hat sich die Bildersprache rasch für ihre Zwecke der Katechese nutzbar gemacht. So erschien im Jahr 1589 als erster Bilderkatechismus des Jesuitenordens eine Ausgabe des "Kleinen Katechismus" des Petrus Canisius zu Antwerpen. Die Jesuiten bedienten sich der Bilder, um den Eindruck der Aussagen ihrer Verkündigung zu verlebendigen und zu vertiefen. Höhepunkt der Entwicklung waren die von dem bayerischen Jesuiten Georg Mayr SJ herausgegebenen Bilderkatechismen des Petrus Canisius, welche in den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts fast bei allen Völkern Eingang fanden.

Zuletzt fertigte Mayr noch eine hebräische Übersetzung des Neuen Testamentes an. Mit dieser schickten ihn seine Ordensoberen nach Rom, damit er sie mit den bereits bestehenden vergleiche und das Urteil anderer Gelehrter einhole. Doch schon kurz nachdem er dort eingetroffen war, erkrankte er. Er starb am 25. August 1623 im Deutschen Kolleg.

 

Verfasserin dieses Textes: Dr. Rita Haub,

Historikerin und Leiterin des Referats Geschichte & Medien der Deutschen Provinz der Jesuiten