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Heimatgeschichte Staudheim- Die Gemeinde

Größe, Obereigentümer und Hausnamen der Ortschaft Staudheim nennt uns erstmals vollständig die Güterbeschreibung von 1752. Der Ort hatte 36 Anwesen: Kloster Thierhaupten: 2 je 1/1-Höfe (Moritz, Pleymeyer), ½ (Wirt), 4 je 1/16 (Weberjackl, Muckenthaler-Schreiner, Baumeister, Hafner), Kloster Niederschönenfeld: 2 je 1/1 (Hinter, Pleymer-Michl), ½ (Laux), 2 je 1/8 (Weberlipp, Haas Michl) 3 je 1/16 (Häckl-Schneider, Linderlmann, Maurer-Schildlehner), Kloster St. Walburg-Eichstätt: 1/16 (Abraham), Stadtpfarrei Rain: 1/1 (Wastlbauer), Ortskirche: ¼ (Lang Wolf), 1/16 (Schneiderkaspar), Pfarrei: 1/8 (Welschlenz), Jesuiten Neuburg: ½ (Saubauer), Frühmesse Burgheim: 1/1 (Haberl), Selbsteigen: ½ (Kügle), 5 je 1/16 (Zimmermann, Stock, Prigget, Wastl Irgl, Schmidmichl), Einschichtige Güter: Hofmark Baar ¼ (Hugl), 3/16 (Wanner), Hofmark Riedheim-Stadel: 4 je 1/16 (ohne Hausnamensangabe).

 

Die Namen Muggenthaler und Hugl haben wir an anderer Stelle schon gehört. Noch heute sind viele der Hausnamen bekannt; trotz vieler Wechselfälle haben sich die Hofbezeichnungen über Jahrhunderte erhalten, sind von Generation zu Generation weitergegeben worden. Brunntal und Hunzenhof sind in der Beschreibung nicht enthalten. Die Wende zum 19. Jahrhundert stand unter ungünstigen Vorzeichen. Napoleon, der eigentliche Gewinner der Französischen Revolution, überzog ganz Europa mit Krieg. So lagerten am 18. und 19. August 1796 kaiserliche Truppen auf ihrem Zug gegen die Franzosen bei Staudheim und bei Brunntal.

 

Eine Notiz gibt uns Einblick in die Probleme, die auch die Gemeinde Staudheim hatte: 1809 wurde die Schule aufgelöst und die Jugend in Burgheim eingeschult. Da die Gemeinde 1811 dem Schulvermögen aus den Gemeindegründen fünf gute Tagwerk zuführte, wurde die Wiederöffnung der Staudheimer Schule bewilligt. Das Lehrereinkommen ergab durch die Aufstockung jährlich 175 fl. 4 kr. Als provisorischer Lehrer wurde Mesner Valentin Lönauer ernannt. Die Lehrer waren noch viele Jahrzehnte auf Zuverdienste angewiesen, wie uns die Rainer Schulgeschichte von Ludwig Dorn mehrfach schildert. Die Lehrerausbildung, das zeigt das Beispiel ebenfalls, musste im seit 1806 vergrößerten und zum Königreich erhobenen Bayern erst aufgebaut werden.

 

In zwei Stufen vollzog sich die Gemeindebildung unter Oberleitung des Reformministers Graf Monteglas. Bildeten Staudheim, Mittelstetten und Überacker in früheren Jahrhunderten jeweils eigene Obmannschaften, so wurden sie 1808 vom Landgericht Rain zum Steuerdistrikt Staudheim vereinigt. Mit dem Vollzug des zweiten Gemeindeediktes entstand 1818 die Gemeinde Staudheim. Mittelstetten wurde eine eigene Gemeinde, Überacker dem nahen Gempfing zugeschlagen.

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