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Heimatgeschichte Sallach - Die Herren von Sallach – Sage und Wirklichkeit

In alten Urkunden werden viele Herren von Sallach genannt; da es mehrere adlige Sitze dieses Namens gab (im niederbayerischen Sallach besteht noch heute ein Schloss), ist schwer feststellbar, welche zu unserem Sallach gehören. Die folgenden Herren von Sallach dürften hierher gehören, weil sie in Urkunden unserer Gegend vorkommen. In einer Urkunde aus dem 11. oder 12. Jahrhundert, die im Auszug des Traditionskodex des Klosters Indersdorf enthalten ist, kommt ein Ditiricus de Salach vor. 1150 sind ein Dietrich (vermutlich der vorher genannte) und ein Ludwig de Sala mit mehreren Adeligen der Umgebung als Zeugen in einer Urkunde des Klosters St. Ulrich (Augsburg) genannt. In einer öttingenschen Urkunde von 1251 werden Heinrich und Konrad von Sallach als Brüder genannt. 1273 wird ein Heinrich von Sallach im Nekrolog des Klosters Niederschönenfeld erwähnt. In der Geschichte der Grafen von Lechsmünd und Graisbach (1813 von Graf Reisach erstellt) ist ein Siegel des Heinrich von Salach mit der Jahrzahl 1275 abgebildet. Es ist ein sogenannter Reitersiegel und war auch in der Schlosskapelle Graisbach unter den Wappen der mit den ehemaligen Besitzern des dortigen Schlosses verwandten oder im Dienstverhältnis gestandenen Geschlechter abgebildet ( Mittleilung des Rainer Heimatforschers Fischer von 1845). 1285 kommt Ulrich von Sallach, zusammen mit Otto von Hausen, als Zeuge in einer Niederschönenfelder Klosterurkunde vor.

 

1326 erscheint in den Urkunden ein Heinrich der Stauthamer von Stautheim (Staudheim), der mit Margaret von Sallach verheiratet war. Diese Staudheimer Herren sind im 14. Jahrhundert ausgestorben oder in den Bauernstand zurückgetreten; offensichtlich waren sie mit den Herren von Sallach verwandschaftlich verbunden. 1339 stiftete Agnes von Hürnheim, genannt von Sallach, einen Jahrtag im Kloster Zimmer für sich und ihren Verstorbenen Ehemann Heinrich von Sallach. Agnes scheint schon mehrere Jahre verwitwet zu sein, denn sie verkaufte 1331 mit den Söhnen Heinrich und Ulrich von Sallach Güter und 1333 verkauften die beiden Söhne an Oettingen reichslehenbare Güter und Leute. Der Sohn Ulrich wiederum scheint Kleriker geworden zu sein, denn 1337 ist der Priester Ulrich von Sallach Zeuge in einem Brief, worin Agnes, die Wolfherrin, dem Kloster Wülzburg (bei Weißenburg) ihren Hof zu Raitenbuch etc. für einen Hof zu Sammenheim und ein Lehen daselbst gibt.

 

Mit einer Urkunde von 1344 verlieren sich die Spuren dieser Herren: Konrad der Rohe von Sallach und seine Ehefrau Adelhait verkaufen ihren Zehnten aus einem Gut des Klosters Niederschönenfeld zu Sallach an dieses Kloster. Zeugen dieser von der Stadt Rain gesiegelten Urkunde sind Bürger (die Geschworenen) dieser Stadt (Monumenta Boica 16 Seite 398). Das Geschlecht der Sallacher gehörte höchstwahrscheinlich zum Dienstadel der Grafen von Lechsgemünd und Graisbach. Das Graisbacher Erbe übernahmen im 14.Jahrhundert die Wittelsbacher Herzöge. In Sallach saßen in jener Zeit auch Eigenleute (Leibeigene), die zur Burg Greisbach gehörten.

 

Die Sage hierzu übermittelt uns der Heimatforscher Ludwig Wilhelm Fischer (1817-1890), von dem auch die Skizze des Schlößelbauernhofes stammt, in einer Aufzeichnung von 1845 wie folgt: "Nach einer im Munde des Volkes lebenden Sage war Sallach einst der Sitz eines adeligen Geschlechts. Die Ortssage bezeichnet eine jenseits des Baches gelegene, über moosigen Wiesengrund erhebende Halde, der Mösel-Buck genannt, welche Eigentum der Gemeinde ist, als den Platz, wo das Geschlecht hauste. Wirklich gewahrt man dort Spuren eines einst festen Wohnsitzes. Der Plan ist südlich und östlich von einem Wall eingefasst und mit einem Graben umgeben; ersterer ist zwar nicht mehr hoch und letzerer zwar nicht mehr tief; die Zeit und andere Einwirkungen mögen wohl ihre dermalige Unscheinbarkeit herbeigeführt haben. Auch auf der Nordseite sind schwache Spuren eines Grabes; auf der Westseite dagegen, welche von Moosgrunde begrenzt wird, ist keine Befestigung sichtbar und war auch nach der natürlichen Lage eine solche nicht notwendig. Innerhalb eines viereckigen begrenzten Raumes ragt Gestein in drei Partien aus dem Boden; ein Conglomorat von Kieselsteinen, welche durch felsenfesten Mörtel verbunden zu sein scheinen. - Im Dorfe ist ein Hof, der Schlössel-Bauern-Hof, welcher nach der Sage zu dem auf dem Mösl-Buck gestandenen Schlosse gehört hat." Wie weit diese Überlieferung richtig ist oder Legende bleiben muss, darüber liegen keine gesicherten Forschungen vor.

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