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Babette Müller

Stenografielehrerin
Jahrzehntelang selbstlos tätige Bürgerin
* 08. Juli 1883 in Rain
+ 02. Januar 1980 in Rain
Babette Müller

Verleihung der Ehrenbürgerschaft durch Beschluss des Stadtrates vom 03. Juli 1963 "in Anerkennung und Würdigung ihrer Verdienste, die sie sich in jahrzehntelanger selbstloser Arbeit für die Allgemeinheit zum Wohle der Stadt Rain erworben hat" (unter anderem durch ehrenamtliches Wirken im Bayerischen Roten Kreuz).

 

Babette Müller war die Tochter des Ehrenbürgers Max Müller. Sie wurde bereits 1961 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Seit 27. März 1973 war sie auch Trägerin der Bürgermedaille der Stadt Rain.

Die feierliche Verleihung der Ehrenbürgerschaft erfolgte am Montag, 8. Juli 1963, im Saal des Rokoko-Rathauses.

 

Babette Müller war die Tochter von Hauptlehrer Max Müller, der ebenfalls zum Ehrenbürger der Stadt Rain ernannt worden war. 

 

Grossansicht in neuem Fenster: Babette Müller Grossansicht in neuem Fenster: Babette Müller

Verleihung der Ehrenbürgerschaft 1963 durch 1. Bürgermeister Carl Faig. Im Hintergrund von links die Stadträte Josef Schneider, .....,

Georg Stampka, Paul Meier, Josef Paula und Rudolf Beierle.

Verleihung der Bürgermedaille 1973 durch 1. Bürgermeister Karl Würmsehe.

 

Die Neuburger Rundschau berichtete am 11. Juli 1963 über die Verleihung der Ehrenbürgerschaft:

Babette Müller Ehrenbürgerin der Stadt Rain:

Ehrung der 80jährigen Bürgerin in einer Festsitzung des Stadtrates

 

Zum 80. Geburtstag von Babette Müller, die sich durch ihr selbstloses, stets hilfsbereites Wirken für das Wohl der Stadt Rain und seiner Bevölkerung einmalig große Verdienste erworben hat, hielt der Stadtrat am Montagabend im festlich geschmückten Sitzungssaal des Rathauses, eine Festsitzung ab, an der das Geburtstagskind im mit Rosen geschmückten Bürgermeistersessel inmitten der beiden Bürgermeister teilnahm. Die Stadträte waren bereits versammelt, als die Jubilarin von den beiden Bürgermeistern in den Saal geleitet wurde.

 

1. Bürgermeister Faig ehrte in einer Festansprache das Geburtstagskind, dessen ganzes Leben nach dem Grundsatz ausgerichtet war, dass jeder für jeden da sei und jeder jedem helfen müsse. Babette Müller habe überall und jederzeit ihre Person und ihre persönlichen Interessen weit hinter das Gemeinwohl gestellt, das ihr Richtschnur für ihr gesamtes Handeln und Wirken war und ist. Besonders im Roten Kreuz, aber auch bei jedem Verein der Stadt Rain habe die Jubilarin mit Rat und Tat geholfen und sei heute noch mit 80 Jahren bereit, zu helfen. Unmittelbar nach dem unglücklichen Kriegsende 1945 stellte sie sich, nachdem sie parteipolitische Bindungen nie gekannt hat, sofort der Allgemeinheit zur Verfügung, bei der Unterbringung der Heimatvertriebenen und Flüchtlinge und als Leiterin der Volksküche. Ihr erfolgreiches, mühevolles Wirken als Rechnungsführerin des Volksbildungswerkes, ihre verdienstvolle Tätigkeit im Museum, bei Stadtführungen sowie ihr Kurzschriftunterricht, den sie schon zwei Generationen erteilt hat, ließ der Bürgermeister nicht unerwähnt. Die Hauptaufgabe ihres Lebens sah und sieht die Altersjubilarin in der Mitarbeit für das Rote Kreuz seit Jahrzehnten im Dienste echter Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und Aufopferung für die Mitmenschen. Nicht mit irdischen Gütern sei Babette Müller bedacht, dafür aber mit einer staunenswerten körperlichen und geistigen Regsamkeit, vorbildlichem Idealismus und treuer Hilfsbereitschaft ausgestattet, die ihr mehr innere Befriedigung verschaffe als irdischer Reichtum. Bürgermeister Faig wünschte der Jubilarin in seinem und im Namen der Stadt Rain am Lech auf der Landstraße ihres Lebens noch viel Glück, Frieden und Gesundheit. Er überreichte hierauf unter dem Beifall der Stadträte der Jubilarin zum 80. Geburtstag einen prächtigen Geschenkkorb.

 

Vor zwei Jahren hat Babette Müller auf Antrag der Stadt das Bundesverdienstkreuz für besondere Verdienste um die Allgemeinheit erhalten. Sie ist auch bereits Inhaberin der goldenen Ehrennadel des Roten Kreuzes. Der Bürgermeister stellte fest, der Stadt Rain habe es sich geradezu angeboten, der Jubilarin die höchste Auszeichnung zu verleihen, die eine Gemeinde zu vergeben habe. Es sei dies ein alter Brauch und ein bewährtes Recht der Gemeinden und Städte, Bürgerinnen und Bürgern für besondere Leistungen und für besondere Verdienste auch besonders zu ehren. Derzeit sei er, der Bürgermeister, der einzige lebende Ehrenbürger der Stadt Rain. Die letzten Rainer Ehrenbürger waren Ludwig Ehnle junior, Altbürgermeister Xaver Bschorer und der Vater der Jubilarin, Hauptlehrer Max Müller. Es sei ihm als 1. Bürgermeister der Stadt Rain eine besondere Ehre, auch der Tochter des verehrten Hauptlehrers Müller mitteilen zu dürfen, dass der Stadtrat Rain ihr das Ehrenbürgerrecht der Stadt Rain verliehen habe. Bürgermeister Faig beglückwünschte die Jubilarin zu dieser großen Auszeichnung auf das herzlichste und überreichte ihr die kunstvoll ausgeführte Urkunde mit dem Wunsche, dass die neue Ehrenbürgerin noch viele Jahre der Stadt erhalten bleiben möge.

 

Sichtlich bewegt dankte die Jubilarin für diese, wie sie in ihrer gewohnt bescheidenen Art sagte, unverdiente hohe Auszeichnung durch die Stadt, den beiden Bürgermeistern und den Stadträten. Sie habe nur ihre Pflicht getan und wünschte sich, noch einmal um einige Jahrzehnte jünger werden zu können, damit sie am weiteren Aufstieg ihres Heimatstädtchens mitarbeiten könne. Sämtliche Stadträte gratulierten hierauf Babette Müller mit Handschlag zu der hohen Auszeichnung anlässlich ihres 80. Geburtstages.

 

Zum Schluss der Feierstunde verlas 1. Bürgermeister Faig den Text der Ehrenbürger-Urkunde: "Der Stadtrat der Stadt Rain am Lech verleiht mit einstimmigen Beschluss vom 3. Juli 1963 - die gesamte Bürgerschaft hinter sich wissend - Fräulein Babette Müller, geb. am 8. Juli 1883 in Rain am Lech aus Anlass ihres 80. Geburtstages das Ehrenbürgerrecht der Stadt Rain am Lech in Anerkennung und Würdigung ihrer Verdienste, die sie sich in jahrzehntelanger, selbstloser Arbeit für die Allgemeinheit zum Wohle der Stadt Rain erworben hat".

 

Hierauf begab sich die Jubilarin mit den beiden Bürgermeistern und den Stadträten zu einem Imbiss in den Gasthof Lutz. Dort gab 2. Bürgermeister Beck in einem Trinkspruch dem Wunsche Ausdruck, dass es der jüngsten Ehrenbürgerin der Stadt Rain noch recht lange vergönnt sein möge, wie bisher an den Geschicken der Stadt teilzunehmen. Babette Müllers freundlicher Erwiderung stimmten die Anwesenden begeistert zu. Ein gemütliches Beisammensein beendete die schöne Geburtstagsfeier.

 

Ergänzungen:

Im Stadtarchiv sind auch die Berichte anlässlich der Verleihung der Bürgermedaille und zum Tod der Ehrenbürgerin aufbewahrt.

Nach Babette Müller ist eine Straße im Baugebiet "Bei der Klause" benannt.

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