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Stadt Rain  |  E-Mail: info@rain.de  |  Online: https://www.rain.de

Ludwig Ehnle

Brauereibesitzer
Ehrenbürger der Stadt Rain
* 11. Mai 1905 in Rain
+ 17. Juli 1960 in Kissing

 

Verleihung gemäß Stadtrats-Beschluss vom 10. August 1955 am 14. August 1955 "in Anerkennung und Würdigung seiner selbstlosen Verdienste um die Sicherstellung und Wiederbeschaffung des infolge der Kriegsmaßnahmen schon zur Verschrottung bestimmten Tilly-Denkmals"

 

Die Neuburger Rundschau berichtete am 17. August 1955 über die Verleihung:

 

Retter des Tillydenkmals erhielt Ehrenbürgerbrief

1944 sollte der "Heilige im Harnisch" eingeschmolzen werden - "Fünfziger"-Jubiläum

 

Am vergangenen Sonntag, vormittags 10 Uhr, wurde im geschmackvoll dekorierten Sitzungssaal des Rathauses im Rahmen einer kleinen Feier ein gebürtiger Rainer, Ludwig Ehnle junior, Brauereibesitzer in Lauterbach, Kreis Donauwörth, zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Diese Auszeichnung wurde von der gegenwärtigen Generation zu Lebzeiten nur Hauptlehrer Müller und Altbürgermeister Bschorer, die beide schon verstorben sind, zuteil. Die Erinnerungsfeier des Jahrgangs 1905, dem auch Ludwig Ehnle jun. angehört, gab dieses Mal den äußeren Rahmen. In der Sitzung vom 10. August hatte der Stadtrat einstimmig beschlossen, Ludwig Ehnle für die Erhaltung des Tillydenkmals den Ehrenbürgerbrief auszuhändigen.

Im Laufe der Kriegsjahre wurde das Tillydenkmal, das Symbol der Stadt Rain, demontiert, um eingeschmolzen zu werden. Das Denkmal befand sich bereits im Altmaterialdepot in Augsburg, als es von Ludwig Ehnle entdeckt und nach monatelangen Bemühungen und finanziellen Opfern mit Hilfe eines Franzosen und eines Polen 1944 gerettet und verborgen wurde, bis der Krieg beendet war. Von der Öffentlichkeit unbemerkt, konnte das Denkmal schließlich in der Nacht zum 16. Juni 1949 am alten Platz wieder aufgestellt werden.

 

Zur jetzigen Ehrung des "Tilly-Retters" im Sitzungssaal hatten sich auch die Angehörigen der im Jahre 1905 geborenen Rainer und ehemaligen Schüler und Schülerinnen dieses Geburtsjahrganges eingefunden. Bürgermeister Faig begrüßte mit herzlichen Worten die Fünfzigerjubilare in ihrer Heimatstadt Rain, besonders aber Ludwig Ehnle mit Familie. In seiner Festansprache wies der Bürgermeister darauf hin, dass der neue Ehrenbürger als treuer Sohn seiner Vaterstadt gehandelt habe. Die Anwesenden erhoben sich, als der Bürgermeister im Auftrage des Stadtrates dem Jubilar unter herzlichen Glückwünschen den Ehrenbürgerbrief in Form einer sehr schön gefertigten Urkunde überreichte. Ludwig Ehnle dankte für die ihm zuteil gewordene Ehre und lud die Herren des Stadtrates und der Verwaltung zu einem Besuch ein, der auch zugesagt wurde.

 

Nach dieser Feierstunde im Rathaussaal begaben sich alle Fünfzigerjubilare zum Gottesdienst für die Gefallenen und Verstorbenen ihres Jahrganges in die Stadtpfarrkirche und legten anschließend ein Blumengebinde am Kriegerdenkmal nieder. Ein vom Ehrenbürger Ehnle veranlasster Frühschoppen im Gasthaus Gastl, dessen Inhaber ebenfalls ein Fünfziger ist, vereinigte hierauf alle Teilnehmer in froher Runde. Bei dem gemeinsamen, an einer festlich geschmückten Tafel eingenommenen Mittagessen im Gasthof Lutz hielt Babette Müller, Tochter des verstorbenen Ehrenbürgers und ehemaligen Lehrers des Jahrgangs 1905, die Tischrede.

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