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Ludwig Dorn

Pfarrer
* 06. Mai 1900 in Bodenwalz, Gemeinde Kimratshofen, Allgäu
+ 14. Juni 1986 in Legau im Allgäu
Ludwig Dorn 1985
Ludwig Dorn bei seiner Dankansprache zur Ehrenbürgerschafts-Verleihung am 18. April 1985

Der Rainer Ehrenbürger wurde am 6. Mai 1900 in Bodenwalz, Gemeinde Kimratshofen, Allgäu, geboren.

 

Nach seiner Priesterweihe war er 1925/26 Kaplan und 1930 bis 1937 Benefiziat (Stadtprediger) in Rain. In dieser Zeit verfasste er sechs Schriften zu Stadt-, Pfarrei- und Schulgeschichte Rains, deren Vervielfältigungsrechte seit 1984 der Stadt übertragen sind.

 

Auch nach seinem Weggang von Rain hielt er Kontakt. Die Bürgermedaille wurde ihm gemäß Beschluss vom 11. Juni 1974 am 23. Juni 1974 verliehen. Gemäß Stadtrats-Beschluss vom 15. Januar 1985 wurde ihm in Anerkennung seiner Verdienste auf historischem Gebiet die Ehrenbürgerschaft verliehen. Der Festakt mit Präsentation der Zusammenfassung seiner Werke unter dem Titel "Historisches aus Rain" war am 18. April 1985 im Saal der Stadtsparkasse Rain. Im gleichen Jahr konnte Ludwig Dorn sein Diamantenes Priesterjubiläum begehen.

 

Am 14. Juni 1986 ist Ludwig Dorn in Legau im Allgäu verstorben und dort auch bestattet.

 

Bericht in der Neuburger Rundschau vom 2. Juli 1974 (Autor Manfred Arloth) 

Bisher vier Bücher geschrieben: Pfarrer erhielt Bürgermedaille

 

Geistlicher Rat Ludwig Dorn für seine Forschungen über die Geschichte Rains geehrt

 

Grossansicht in neuem Fenster: Ludwig Dorn 1974Ludwig Dorn (links) erhält im historischen Sitzungssaal der Stadt Rain (Obergeschoss, Ostseite) aus der Hand von Ersten Bürgermeister Karl Würmseher die Bürgermedaille (23. Juni 1974).

 

Im Rahmen eines festlichen Empfangs im Sitzungssaal des Rainer Rathauses verlieh Bürgermeister Karl Würmseher "dem verdienten Historiker" Pfarrer Ludwig Dorn die Bürgermedaille. Gleichzeitig übergab er ihm das erste Exemplar des neuen Werkes "Rainer Bürger im Alltag", in welchem der Hobby-Geschichtsforscher Ratsprotokolle der Jahre 1545 bis 1654 aufgearbeitet hat. Außer den Stadtratsmitgliedern hatte sich eine große Zahl von Ehrengästen eingefunden, unter ihnen Bischofsvikar Martin Achter, die Stadtpfarrer Albrecht Grupp und Julius Sperling, Dekan Max Lober aus Münster, die Pfarrer Martin Demharter, Staudheim, und Josef Merz, Niederschönenfeld, die Bürgermeister Georg Böck, Mittelstetten, und Luitpold Mayr, Unterpeiching, die Altbürgermeister Xaver Neubauer, Staudheim, und Johann Wiest, Oberpeiching, Ehrenbürgerin Babette Müller und der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Dr. Gernot Sandner.

 

Der Geehrte, der jetzt in Legau bei Memmingen lebt, war zusammen mit seiner Schwester Martha gekommen. Von 1925 an war er Kaplan in Rain und wirkte dann von 1930 bis 1937 als Stadtprediger und Benefiziat, wobei er "als Mensch, Priester und Historiker viel für Rain getan hat", wie der Bürgermeister in seiner Laudatio vermerkte. Seine umfangreiche Forschungsarbeit ließ in vier Werken die wechselvolle Geschichte der Stadt lebendig werden, nämlich der "Rainer Schulgeschichte" von 1934, "Die Geschichte des Rainer Winkels um 1250" von 1935, "Die Geschichte der ehemaligen Grenz- und Festungsstadt Rain am Lech von ihrer Gründung bis zum Höhepunkt ihrer Macht 1250 - 1505" von 1936 und die "Geschichte der katholischen Stadtpfarrei Rain" von 1937.

 

Anerkennend hob der Bürgermeister ferner hervor, dass es bis zur Herausgabe dieser Werke nichts Gleichwertiges an wissenschaftlichem Schrifttum über die Stadt gegeben habe. Über das ehemalige Landgericht in Rain seien zwar mehrere Abhandlungen erschienen, so das "Neuburger Kollektaneenblatt" aus dem Jahre 1954 und Anmerkungen im historischen Atlas von Bayern, Teil Schwaben, von Josef Hufnagel und Sebastian Hiereth aus dem Jahre 1966, "doch auch diese nehmen in ihren Darstellungen immer wieder Bezug auf die Werke von Ludwig Dorn", sagte Karl Würmseher.

 

Es sei also ohne Frage, dass sich der ehemalige Stadtprediger wegen seiner Historischen Werke um die Stadt Rain auf kulturellem Gebiet besonders verdient gemacht habe, stellte der Bürgermeister fest. Gemäß einem Beschluss des Stadtrates vom 11. Juni 1974 überreichte er daher dem Pfarrer die Bürgermedaille. Doch das Stadtoberhaupt hatte noch ein besonders Geschenk parat: Das erste Exemplar, noch druckfrisch, eines neuen Werks von Ludwig Dorn: "Rainer Bürger im Alltag."

 

Nach einer Zwischenmusik eines Streichtrios (Stadtrat Johann Hafner, 1. Geige, Josef Schubert, Bratsche und Peter Abspacher, Cello), das die Feier mit Werken von Mozart und Haydn umrahmte, bedankte sich Ludwig Dorn für diese Ehrung: "Ich freue mich, dass sich die Stadt meiner erinnert und in mir keinen Fremden sieht!" Er habe auch nach seinem Wegzug von Rain die Geschichte der Stadt beobachtet. Er konstatierte, dass sich Rain in den letzten zwei Jahrzehnten sehr herausgemacht habe: Es sei eine moderne Industriestadt, aber auch eine Blumenstadt geworden. Neben der Industrie habe die Stadt im Westen in den Lechauen einen gepflegten Erholungswald bewahrt. Erfreut zeigte er sich von dem neuen Schwabtor, das er als "wunderbar geworden" bezeichnete, ebenso die renovierte Stadtpfarrkirche. Er zitierte ein Wort von Teilhard de Chardin: " Die Vergangenheit ist für mich das Modell, der Plan für die Zukunft", was in Rain in gutem Sinne beachtet werde. Zwei Wünsche äußerte er: Wenn einmal Rain in 20 Jahren 15 000 Einwohner zähle, werde eine zweite Pfarrkirche, die man "St. Niklas auf dem Felde" weihen solle, dem ersten Rainer Kirchenpatron. In ihr solle dann das Wallfahrtsbild "Maria im Birnbaum" aufgestellt werden. Zum zweiten solle auf der Außenseite des Schwabtores die alte Tafel "Sieh auf" angebracht werden, die dem Heimkehrenden früherer Zeiten schon sagte: "Schau auf, du bist wieder in deiner Heimatstadt!" Die Innenseite des Schwabtores würde er zieren mit einer Tafelinschrift die man bei Ausgrabungsarbeiten in Pompeji gefunden habe: "Hic habitat felicitas": Hier wohnt das Glück.

 

Nachdem der Beifall für die Ausführungen Ludwig Dorns verklungen war, überraschte Stadtpfarrer Grupp den ehemaligen Rainer Pfarrherrn Ludwig Dorn und Bischofsvikar Achter mit der Silbermünze und der Festschrift, die zum Abschluss der Kirchenrenovierung geprägt bzw. gedruckt wurde. Der Bischofsvikar bedankte sich für die freundliche Geste mit den Worten. "Ich hab' mein Herz in Rain am Lech verloren!"

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