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Heinrich Busch, 5. Träger der Bürgermedaille

Zum 85. Geburtstag am 12. September 1975 für 50jährige Dienstzeit bei der Stadt Rain und hervorragende Leistungen auf kulturellem Gebiet ("Motor" des gesellschaftlichen Lebens in Rain)
Heinrich Busch

Heinrich BuschHeinrich Busch bei der Verleihung der Bürgermedaille am 12. September 1975,

unten 1. Bürgermeister Karl Würmseher bei der Urkunden-Übergabe.

  

Die Verleihung erfolgte gemäß Beschluss des Stadtrates vom 19. August 1975 für 50-jährige Dienstzeit bei der Stadt Rain und hervorragende Leistungen auf kulturellem Gebiet ("Motor" des gesellschaftlichen Lebens in Rain). Die Übergabe von Medaille und Urkunde war anlässlich des 85. Geburtstages am 12. September 1975 in Thannhausen, dem Alters-Wohnsitz des Geehrten, im Kreis der Angehörigen und Stadtvertreter. 1. Bürgermeister Karl Würmseher hielt dabei folgende Laudatio:

 

Sehr verehrte Fam. Trappendreher, verehrte Anwesende,

Sehr geehrter Herr Busch als Jubilar!

 

Aus Anlass Ihres heutigen Geburtstages, des ungewöhnlichen 85. Geburtstages, der nicht jedermann gegönnt ist, sind wir heute hier her gekommen als Vertreter der Stadt Rain. Ihr 85. Geburtstag, der Geburtstag eines Mannes, der sich um unsere Stadt sehr verdient gemacht hat, ist ein berechtigter Anlass hierzu. 85 Jahre, welch eine Fülle menschlichen Daseins, welch einen weiten Bogen historischer Abläufe umgreifen Sie.

1905 sind Sie in den Dienst der Stadt Rain getreten, Sie haben noch die Zeiten der Kaiser und Könige erlebt, dann den 1. Weltkrieg, den Zusammenbruch, die große Inflation und ihre furchtbare Auswirkung auf das soziale Gefüge - vernichtete sie doch die Ersparnisse oft vieler Generationen. Dann kam die furchtbare Auswirkung auf das soziale Gefüge - vernichtete sie doch die Ersparnisse oft vieler Generationen. Dann kam die furchtbare Zeit der Wirtschaftskrise und der Arbeitslosigkeit um 1932, dann die Revolution des Jahres 1933 mit einem ganz anderen politischen Weg, der erneute Weltkrieg mit allem Leiden und den vielen Toten, der Zusammenbruch, das Flüchtlingselend, politische Verfolgungen. All diesen Dingen waren Sie als erster Verwaltungsbeamter der Stadt Rain konfrontiert, mit allem mussten Sie sich in Praxis und Vollzug auseinandersetzen, so viele Mühsale blieben an Ihnen persönlich hängen.

Eine Gemeinde ist bekanntlich ein Staat im Kleinen, fast alles, was "oben" fabriziert wird, schlägt bis "unten" durch. Den letzten eben, den beißen die Hunde, wie es so schön heißt. Und Ihnen ist es in dieser schwierigen Zeit oft so gegangen. Ich denke oft, wie vergleichsweise leicht es eben diese Generation hat, denn wir sind doch gewohnt, seit zwei Jahrzehnten aus dem Vollen zu schöpfen, und wenn einmal nicht alles "wirtschaftswunderbar geht" wie jetzt - und es kann ja nicht immer so alles aufwärts verlaufen - dann herrscht schon große Aufregung.

Sie, Herr Busch, haben als 1. Verwaltungsbeamter der Stadt Rain die Probleme gemeistert, Sie haben sich bemüht dem Menschen zu helfen, weit über das hinaus, was ein Beamter letztlich tun muss und heute viele nur tun. Sie haben ihren Mitbürgern geholfen in sozialer Hinsicht: So viele arme Leute haben sie gedrängt, für eine Altersversorgung, für eine Rente etwas zu tun. Und so viele Menschen sind Ihnen gefolgt und im Alter dadurch unabhängig geworden, mussten nicht jede Mark von den "Jungen" erbetteln. Wieviel Frieden haben Sie damit gestiftet! Allein dieser Weitblick, diese soziale Tat wäre schon eine hohe Anerkennung wert.

Sie haben sich um alle Vereine und Organisationen gekümmert, Sie waren auf kulturellem und musikalischem Gebiet vielseitig tätig. Sie sind der Mittelpunkt und der Organisator des gesellschaftlichen Lebens unserer Stadt gewesen. Es gab kaum eine Organisation, an der Sie nicht selbstlos mitgearbeitet haben.

Und unsere Stadt Rain: Sie war Ihnen ans Herz gewachsen und Sie sind mit Leib und Seele jede Stunde, ohne Rücksicht auf Tag und Nacht für unsere Stadt und unsere Bürger da gewesen. Sie waren ein Stück Rain! Sie haben eine ganze Generation Verwaltungsnachwuchs ausgebildet und waren ein hervorragender Lehrmeister, der seinen Anvertrauten ein reichhaltiges Bildungsgebot anzubieten vermochte. Und Sie sehen, Ihr Wirken ist auch auf fruchtbaren Boden gefallen, denn sicher waren es Ihre Grundlagen, die Sie vermittelt haben, dass aus einem Auszubildenden, aus mir, wenn ich hier von mir reden darf, Bürgermeister dieser Stadt werden konnte.

Wir sind heute gekommen, um dafür ein wenig Dank abzustatten. Schon seit mehreren Jahren war sich der Stadtrat darüber einig, und mit Beschluss vom 19. August 1975 wurde es förmlich festgelegt, Ihnen, sehr geehrter Herr Busch, für alles was Sie für die Stadt Rain und ihre Menschen in so ganz ungewöhnlichem Maße und aufopfernd getan haben, die Bürgermedaille der Stadt Rain zu verleihen. Sie sind damit der 5. Träger dieser 1970 gestifteten Auszeichnung nach dem bereits verstorbenen Max Droßbach, Michael Raucheisen, Babette Müller und Ludwig Dorn. Mit dieser Anerkennung verbinden sich unsere besten Wünsche zum heutigen Geburtstag. Mögen Ihnen noch viel Jahre in möglichster Gesundheit geschenkt sein.

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