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Stadt Rain  |  E-Mail: info@rain.de  |  Online: https://www.rain.de

Rundwanderweg Esterholz (10 km entfernt)

Streckenlänge: ca. 6,5 Kilometer
Wanderdauer: ca. 1,5 Stunden

Rundwanderweg Esterholz - Hauptweg des EsterholzesLogo Rundwanderweg EsterholzUnmittelbar nach der Ortsmitte von Wächtering, an der Gabelung von "Zeller Straße" und "Am Jägerberg", beginnt unsere Wanderung. Der Weg führt uns gleich hinauf auf den Jägerberg, dem steilsten Anstieg der gesamten Strecken, wo uns ein Hochplateau mit Äckern erwartet. Den Hochweg überqueren wir, um nach dem nächsten Acker rechts abzubiegen. Zunächst am Waldsaum führt der Weg in den Forst der Wächteringer Bauern. Nach kurzer Strecke werden die Wege systematisch - wir haben den Übergang in den großen Staatswald "Esterholz" erreicht, den Kaiser Ludwig der Bayer schon im frühen 14. Jahrhundert als Eigentum des bayerischen Herrscherhauses urkundlich belegt hat. Es ist ein Mischwald mit prächtiger Färbung im Herbst. Dem schnurgeraden Hauptweg folgen wir eineinhalb Kilometer.

Grossansicht in neuem Fenster: Rundwanderweg Esterholz - Dreibüg

Linker Hand befinden sich im Wald versteckt die "Dreibüg" (aus dem Volksmund für "drei Buckel"), erreichbar über den Seitenweg zwischen "Sallinger Schlag" und Breitenau" nach etwa 300 Metern. 

 

Die "Dreibüg" liegen nördlich des Hauptweges. Im Vordergrund und links

im Hintergrund sind zwei der Hügel erkennbar, der dritte liegt rückwärtig

und ist bereits stark verflacht.

 

Rechter Hand zur Hangkante lässt sich der "Schlossberg" als eine frühmittelalterliche Befestigung mit Vorburg, Hauptanlage (bohnenförmig, 160 Meterlang und mit deutlichen ringsum laufenden Wällen ) Grossansicht in neuem Fenster: Rundwanderweg Esterholz - Schlossbergausmachen. Besser erkennbar ist diese Anlage auf dem Rückweg, d. h. von der Südseite. Auf einem gut ausgebauten Forstweg verlassen wir den Hauptweg nach Südwesten und gehen talwärts. Zunächst entlang des Waldsaumes gelangen wir auf die sehr mäßig befahrene, geteerte Zeller Straße. und auf gehen auf dieser zurück nach Wächtering - nicht ohne einen Blick auf den steil ansteigenden Schlossberg (noch vor dem Abzweig nach Haselbach) zu werfen.

 

Der "Schlossberg" war eine mittelalterliche Fliehstätte. Die Anlage mit

hohen Wällen, Vorburg und Hauptanlage (diese hat die Form einer Bohne und ist allein 160 m lang) ist in der Natur noch heute deutlich auszumachen - ihre Nutzung endete wohl schon vor dem Jahr 1200. Den steilen Anstieg vom Tal des Sägerbaches kann das Foto leider nicht in vollem Umfang vermitteln.

 

Der Weg ist auch in der Gegenrichtung beschildert.

 

Auskunft

Stadt Rain

 

Auszug aus der Wanderkarte des Ferienlandes Donau-Ries von 2007

ISBN 978-3-936990-33-1, Galli-Verlag.

Es sind zahlreiche Wanderwege auf insgesamt 14 Kartenblätter und 1 Übersichtskarte dargestellt. Erhältlich im Buchhandel für 9,90 Euro.

Das Wanderkartenset enthält auch einen Plan dieses Wanderweges. 

 

Erläuterung zu den Zeugen der Vor- bzw. Frühgeschichte am Rande dieses Wanderweges:

Burgstall Schlossberg: Bei der umfangreichen, in der Natur noch gut erhaltenen Wallanlage im Staatswald "Esterholz", Abteilung VI 7, handelt es sich um eine frühmittelalterliche Befestigung, über die es keine schriftlichen Nachweise gibt. Auch Mauerreste sind nicht mehr sichtbar. Laienhaft kann angenommen werden, dass es sich um eine Fliehstätte für die Bevölkerung der Umgebung handelte, die mit einem Holzzaun umgeben war - denn eine Befestigung aus Stein hätte Spuren hinterlassen und wäre für irgendwelche Zwecke, und sei es als Steinbruch, immer wieder genutzt worden. Die Besiedlungsgeschichte des Raumes lässt auch vermuten, dass die Wallanlage schon vor der bajuwarischen Landnahme, beispielsweise durch die Kelten in den vorchristlichen Jahrhunderten, hergestellt worden ist. Über die einstige Funktion legt sich auch das Landesamt für Denkmalpflege, Abteilung Vor- und Frühgeschichte, nicht näher fest.

Das nach Südwesten kräftig um 30 Meter abfallende bewaldete Plateau des Schlossberges ist von kleinen Kerbtälern unterteilt. Dort liegt eine gegliederte Wallanlage, bei der sich die Kernanlage als Ringwall von bohnen- oder halbmondförmigen Grundriss mit 160 Metern Länge und 75 Metern Breite an die vordere Hangkante anlehnt und dabei zwei dieser Kerbtäler als Flankenschutz benutzt. Nach Westen fällt der Innenraum um 6 Meter ab. Der Randwall ist nach dem Verlassen der Talhangkanten - am Übergang zum Hinterland - kräftig ausgebildet. An der Ostflanke zeigen zangenartige Einziehungen nach innen die Stelle der einstigen Zuwegung. Das Areal wird ringsum von einem deutlich ausgeprägten Hanggraben begleitet, der an der Nordost-Front (zum nur schwach ansteigenden Hinterland) zu einem kräftigen Halsgraben umgestaltet ist. Hier ist ein flächenmßig halb so großes rhomboides Vorwerk vorgelagert, das ebenfalls durch einen Randwall mit vorgelagertem Hanggraben gesichert ist.

Ein durch as nordwestliche Kerbtal herauf führendes altes Wegesystem führt durch Wall-/Grabenunterbrechungen an der Westecke in das Vorwerk und an dessen Südspitze in das Kernwerk mit dem Zangentor; es ist auch eine zweite direkte Zuwegung unter Umgehung des Vorwerks in der Mitte der Nordfront zu sehen.

 

Dreibüg:

Beiderseits der Gemarkungsgrenze des gemeindefreien Esterholzes und der Ortsflur Etting, angedeutet durch den alten Grenzstein mit den Buchstaben "K B" für "Königlich Bayerisch" liegt eine Gruppe von drei Grabhügeln, die "Dreibüg" oder "Die 3 Bucke" genannt. Die beiden im Esterholz dicht beieinander liegenden Hügel haben 15,6 bzw. 18 Meter Durchmesser und 1,7 bzw. 2,5 Meter Höhe. Beide, wie auch der dritte, in der Gemarkung Etting gelegen, weisen zentrale kräftige Grabungskrater auf, die nach einem Bericht von 1836 hallstattzeitliche (ältere Eisenzeit, 750 - 450 v. Chr.) und bei einer späteren Raubgrabung (1936) latènezeitliche (jüngere Eisenzeit, etwa 450 v. Chr. bis Christi Geburt) Funde, offenbar eine Nachbestattung, erbracht haben (Heimatmuseum Neuburg, Inventar Nr. 670 und 671).

 

Die im 8. Jahrhundert v. Chr. beginnende Hallstattzeit (Volleisenzeit) hinterließ im alten Neuburger Kreisgebiet vor allem zahlreiche, ausgedehnte Hügelgräbergruppen, deren größte im Oberschlag bei Biding (in Richtung Straß) noch etwa 115 Hügel umfasst. In ihrem Innern bergen diese häufig die Spuren hölzerner, geräumiger Grabkammern, worin sozial Höhergestellte sogar mit Wagen und Pferdegeschirr bestattet worden waren. Zur Aufnahme von Speise- und Trankopfern fanden sich geschmackvoll verzierte Tongefäße, zuweilen kamen auch bronzene Arm- und Fußringe, Gewandnadeln, Rasiermesser.

 

Das Spiralornament der Fibel eines "Dreibüg"-Hügelgrabes sowie das zugehörige Petschaftsarmband zeigen bereits die neuen Stilelemente der Frühlatènezeit (Kelten, 5. Jahrhundert v. Chr.). Keltisches Sprachgut hat sich in den alten Flußnamen erhalten: Donau, Paar, Schutter, Ussel und Lech. Aber auch die Umgangssprache hat in der Pfarrei Bayerdilling mit dem Wort "nacht" für "gestern" ein rein keltisches Wort erhalten. Dies ist ein Beweis mehr, dass keltisches Restvolk in der Römerzeit im Landstrich verblieb und sich zweifellos nachher mit den aus dem Osten zuwandernden Bajuwaren vermischte.

 

Die Hügelgräber im Esterholz und Etting haben sich wohl deshalb so gut erhalten, weil ihr Platz nicht bewirtschaftet und bewaldet war und ist. Bodenfunde aus der Flur um Wächtering sind kaum bekannt, die Hügelgräber im Gallbauernholz (Bayerdilling) sind durch die Waldwirtschaft verflacht.

 

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