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Stadt Rain  |  E-Mail: info@rain.de  |  Online: http://www.rain.de

Rede des 1. Bürgermeisters Gerhard Martin beim Neujahrsempfang 2015

Bild vom Programm für Neujahrsempfang im Bayertor 2015

(Begrüßung der Ehrengäste)

Der Neujahrsempfang ist der traditionelle Anlass, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und einen Ausblick auf das noch neue Jahr zu wagen.

Das Jahr 2014 hatte weltweit betrachtet sehr unterschiedliche Akzente.
Wir konnten schöne sportliche Ereignisse der Fußballweltmeisterschaft und der olympischen Winterspiele miterleben.
Wir erinnerten uns an 100 Jahre Beginn des "Ersten Weltkrieges", 75 Jahre Beginn des "Zweiten Weltkrieges" und 25 Jahre "Fall der Mauer" und Beginn der "Wiedervereinigung".

 


Aber auch in diesem Jahr tobten Bürgerkriege und gewalttätige Auseinandersetzungen in vielen Ländern dieser Erde. Für die Menschen dieser Länder gehören Gewalt und Terror zum täglichen Leben. Millionen Menschen müssen mit Hunger und Armut leben. Aus diesem Grund haben sich auch wieder Tausende aufgemacht, um in Europa eine bessere Zukunft zu finden und wieder haben hunderte Menschen diesen Versuch mit dem Tod im Mittelmeer bezahlt.
Der Terror, der im Namen des Islam von Boko Haram, Isis und anderen Gruppen ausgeübt wird, hat mit einer bisher nicht gekannten Brutalität auch Westeuropa erreicht. Offensichtlich haben die Überzeugungen dieser terroristischen Vereinigungen eine für mich nicht begreifliche Anziehungskraft auch für Menschen aus unserem Land, wie die Meldungen über deutsche Kämpfer in diesen Staaten bezeugen.


Gerade nach den Terrorakten von Paris entstand eine Diskussion über die tragenden Grundsätze unserer westlichen Demokratie und das Verhältnis zu den Religionen.  Wir dürfen  uns weder von Terroristen noch von Schreiern auf den Marktplätzen der großen Städte verunsichern lassen. Die Grundgedanken unserer, von der Aufklärung geprägten, Gesellschaft bleiben unverzichtbar und dürfen nicht relativiert werden.  Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit waren die Schlagworte der Revolutionen des 18. Jahrhunderts und diese wurden die Kernsätze der Verfassungen unserer Staaten. Wenn wir aber nicht bereit sind, diese Schlagworte auch mit Leben zu erfüllen, dann werden sie ihre moralische Kraft verlieren. Dazu gehört es auch, dass das Recht auf  Asyl in rechtsstaatlicher Art und Weise gewährleistet wird und wir mit den Zuwanderern aus anderen Staaten und den Asylsuchenden respektvoll umgehen.


Das uns das in Rain gelingt, zeigt exemplarisch, wie wir uns gemeinsam darum bemühen, den Asylbewerbern in unserer Stadt die ersten Schritte in unserer Gesellschaft zu erleichtern. Der von mir ins Leben gerufene runde Tisch mit der katholischen und evangelischen Kirche, der muslimischen Gemeinde und der VHS hat zwischenzeitlich eine große Erweiterung erfahren. Die ehrenamtlichen Deutschlehrer H. Mändle, H. Senzel, H. Prockl, Frau Segnitzer und Fr. Wilhelm kümmern sich intensiv um Vermittlung von Sprache und Kultur und erfahren in diesen Tagen noch weitere Verstärkung. Mit dem Begegnungscafe, wie die Deutschkurse in den Räumen der evangelischen Kirche, maßgeblich vorbereitet von H. Pfarrer Werner und Frau Ursula Stadler und getragen von einer Vielzahl von Helferinnen und Helfern, ist eine Einrichtung des gegenseitigen Kennenlernens und wurde Kristallisationspunkt für weitere ehrenamtliche Aktivitäten von und mit der einheimischen Bevölkerung und den Asylbewerbern. Von Anfang an betreut und begleitet ebenfalls die muslimische Gemeinde die Asylbewerber in ihren eigenen Räumen in vielfältiger Art und Weise.


Im Namen der Stadt Rain, aber auch ganz persönlich, möchte ich heute an dieser Stelle allen danken, die hier ein Beispiel für Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft zeigen, und die sich uneigennützig für die Schwachen der Gesellschaft einsetzen.
Ich möchte am heutigen Tag aber auch die ambulante Krankenpflege mit ihrer Sozialstation und auch das Rote Kreuz in diesen Dank einschließen, die mit großem Einsatz sich haupt- und ehrenamtlich täglich um hilfsbedürftige Menschen kümmern. Ihre Arbeit ist für die Stadt und die Menschen in unserer Region unverzichtbar. Ohne viel Aufsehens wird hier Großartiges geleistet und damit entscheidend zu einer lebenswerten Heimat beigetragen.


Einen ganz entscheidenden Beitrag zu dieser lebenswerten Heimat leisten in vielfältiger Art und Weise die Kirchen und die muslimische Gemeinde. Als ein wesentlicher Teil unserer Gesellschaft bieten sie Gemeinschaft im Glauben und weit darüber hinaus  Halt und Hilfe, wenn es notwendig ist. Sie gestalten das Leben unserer Stadt mit den vielfältigsten Aktivitäten mit. Nicht zuletzt erhalten sie die Kirchen in unserer Stadt. Und dies nicht als geschichtliche Zeugen, sondern als Orte einer lebendigen und vielfältigen Gemeinschaft. In unserer Stadt ist es selbstverständlich, dass die katholischen, die evangelische und die muslimische Gemeinden sich gegenseitig respektieren. Der Dialog über die Glaubensgrenzen hinweg und mit der politischen Gemeinde wird ständig gesucht und gepflegt. Dem zugrunde liegt die Überzeugung, dass nur ein gutes Miteinander unsere städtische Gesellschaft zusammen hält.
Für ihr großes Engagement und diese Bereitschaft zur Zusammenarbeit möchte ich Ihnen heute einmal mehr danken.

Unser Rain kann auf ein gutes Jahr 2014 zurückblicken und wir können uns gemeinsam über schöne Entwicklungen freuen. Damit reiht sich dieses Jahr ein in eine Serie von Jahren, die in besonderer Weise eine erfreuliche Entwicklung von Rain gebracht haben.


Dazu kann ich auch einige sehr erfreuliche Zahlen präsentieren.
Die Einwohnerzahl ist mit aktuell 8.839 Personen, die mit Hauptwohnsitz gemeldet sind und einer Gesamteinwohnerzahl von 9.216 Personen auf einem weiteren Höchststand angelangt. Diese Zahl zeigt sehr eindrucksvoll, dass Rain ein gefragter Wohnort ist.


3.722 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze sind am Stichtag, den 30.6.2014 verzeichnet worden. Seit 1990 stieg die Zahl nahezu kontinuierlich um 1.020  Beschäftigte an. Zu diesen Arbeitsplätzen kommen noch die geringfügig Beschäftigten hinzu. Die Zahl dieser Arbeitsplätze beträgt 1.021. Nicht statistisch erfasst sind Beamte und Selbstständige, die ebenfalls in großer Zahl in Rain arbeiten. Die Arbeitslosigkeit spielt auch weiterhin nur eine untergeordnete Rolle.
Der Fremdenverkehr spielt eine gleichbleibend wichtige Rolle. Rain ist ein beliebtes Ausflugsziel von Tagesgästen genauso wie für Übernachtungen.


Arbeitsplätze, Schulen und Bildungseinrichtungen, Dienstleistungen und Einkaufsgelegenheiten, Ärzte und Behörden tragen dazu bei, dass die Stadt Rain unangefochtener Mittelpunkt der Region ist und deswegen vollkommen zu Recht als Mittelzentrum im Landesentwicklungsprogramm ausgewiesen ist. Im Jahre 2014 wurde mit der Eröffnung des Ärztehauses und der Apotheke die Gesundheitsversorgung weiter ausgebaut. Die Wiederbesetzung der Frauenarztpraxis konnte erfreulicherweise gesichert werden. Maßgeblich dazu beigetragen hat die Bereitschaft der Stadt auch neue Räumlichkeiten zu schaffen.  Die Fertigstellung der Wohnungen im Seniorenwohnpark rundet das Angebot der ambulanten und stationären Betreuung unserer Senioren ab.


Durch die Fertigstellung des Recyclinghofes wird die Möglichkeit der Wertstofferfassung und der Komfort für die Bürgerinnen und Bürger wesentlich gesteigert.


Die Baumaßnahme Innensanierung Schloss gestaltet sich doch langwieriger als gedacht. Bis zur Fertigstellung des laufenden Bauabschnittes werden noch einige Monate ins Land ziehen.


Der Abschluss des Projektes  Abwasserbeseitigung der Stadtteile rückt näher. Heuer konnte Wallerdorf angeschlossen werden. Die Innerortskanalisation Wächtering soll im Frühjahr abgeschlossen werden.  Einen weiteren Investitionsschwerpunkt setzten wir in die Sanierung und den Neubau von Straßen. In diesem Zusammenhang besonders hervorheben darf ich die Investitionen im Stadtteil Etting, mit verschiedenen Straßensanierungen und dem Neubau des Wiesfleckenwegs mit der dazugehörigen Regenrückhaltung.
Wir konnten heuer auch wieder größere Grundstücksflächen zu gewerblichen Bauzwecken erwerben und Baurecht für Wohn- und Gewerbebauten schaffen.
Besonders herausragend erscheint mir auch die Bereitschaft der Stadt das Theatergebäude in Oberpeiching zusammen mit dem Peichinger Bauerntheater zu erweitern und grundlegend zu verbessern. Die Maßnahme ist mit Gesamtkosten von 380.000 Euro kalkuliert und wird die Möglichkeiten für kulturelle Veranstaltung, insbesondere natürlich von Aufführungen von eigenen und überregionalen Bühnen wesentlich verbessern.


Der Umbau der ehemaligen Stadtbücherei zum Büro für Stadtentwicklung und Tourismus verbessert die Möglichkeiten der Beratung von Touristen und Bürgern und bietet den Mitarbeitern zeitgemäße, wenn auch weiterhin eingeschränkte Büroräume. Die Mitarbeiter dieses Bereiches waren in diesem Jahr im Besonderen durch die Verbesserung des Serviceangebotes für die Bürger als auch mit der Durchführung der Veranstaltung der BR Radltour gefordert. Diese in Zusammenarbeit mit Dehner und Stadt organisierte Großveranstaltung hat nicht nur tausende Menschen nach Rain gebracht, sondern uns auch ein erhebliche Aufmerksamkeit in Funk, Fernsehen und Presse gebracht. Dies auch jüngst durch die Verleihung des Gastropreises für die hervorragende Bewirtung durch die teilnehmenden Gastronomen und der Fa. Dehner. Mein Dank gilt hier besonders den Verantwortlichen der Fa. Dehner, den teilnehmenden gastronomischen Betrieben, allen ehrenamtlichen Helfern der Feuerwehren, Vereine und sonstigen Freiwilligen  und im meinem Hause H. Reichherzer und allen Mitarbeitern seines Teams. Es war ein großartiges Gemeinschaftswerk.
Nicht weniger Stolz können wir auf die Auszeichnung als Lesehauptstadt sein. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl waren bei uns bundesweit die meisten Vorleser zu verzeichnen, so dass 2014 Rain als aktivste Stadt neben Mainz und Wiesbaden, die in den anderen Kategorien gewannen, ausgewählt wurde.

Leider ist der städtische Haushalt durch erhebliche Rückzahlungen von Gewerbesteuern schwer belastet worden. Der projektierte Ansatz von 4,7 Mio. Euro wird um 0,5 Mio. unterschritten werden.  Der Gesamthaushalt kann trotzdem noch ausgeglichen abgeschlossen werden, da einige Investitionen noch nicht soweit fortgeschritten sind, wie geplant bzw. noch keine entsprechenden Schlussrechnungen vorliegen.  2014 war dazu aber wieder eine Nettokreditaufnahme von 250.000 Euro erforderlich.
Der Ausblick für das Jahr 2015 zeigt uns große Herausforderungen.
Die Sanierung der Schlossstraße soll nun endgültig in Angriff genommen werden. Damit soll ein weiterer Abschnitt unserer Politik zur Stärkung der Innenstadt begonnen werden. In diesem Zusammenhang möchte ich einmal mehr betonen, dass die Altstadt ein wirklich attraktiver Standort für Gewerbe, Einzelhandel und Wohnen ist.


Wer  in der Altstadt wohnt findet in unmittelbarer Nachbarschaft alle Möglichkeiten des Einkaufens, der Ärzte und Dienstleistungen genauso wie hervorragende Angebote der Naherholung. Mit der neuen Bücherei, den Veranstaltungsräumen, der Kinderkrippe in der Spitalgasse, dem Kindergarten „Am Schloss“ , der Musikschule und den Möglichkeiten des Schlossgebäudes und dem Rathaus, sorgt die Stadt mit ihren eigenen Einrichtungen in der Altstadt dafür, dass sie tatsächlich Zentrum unseres städtischen Lebens bleibt. Um dies weiter zu stärken, wird sich der Stadtrat mit dem Neubau des Gebäudes Hauptstr. 69 befassen, in dem die Frauenarztpraxis und 2 Wohnungen entstehen sollen. Das Projekt muss sehr schnell realisiert werden, so dass alle Beteiligten konzentriert an der Umsetzung arbeiten müssen.


Wenn wir auch die Innenentwicklung als besonders wichtig ansehen, so werden wir auch neue Wohnbauflächen im Süden der Stadt ausweisen.


Die Sanierung des Hallenbades hat begonnen und wird im Frühjahr dieses Jahres nach der Badesaison mit den Hauptmaßnahmen fortgesetzt. Der Abschluss ist für diesen Herbst geplant.


Der  Anschluss von Hagenheim an die zentrale Kläranlage in Rain ist der letzte Abschnitt unseres Abwasserprojekts Stadtteile.


Die Verbesserung der Breitbandversorgung unter Ausnutzung des bayer. Förderprogrammes wird uns heuer intensiv beschäftigen.


Die Planungen für den Neubau des Schulzentrums können nun nach Abschluss des VOF Verfahrens beginnen. Ziel muss es sein, dass diese wirklich bereits heuer zu einem Zuwendungsantrag führen, damit wie geplant im Jahre 2016 die Baumaßnahmen beginnen können.


Diese nicht abschließende Auflistung zeigt Ihnen, dass wir mit ungebrochenem Elan an der Weiterentwicklung unserer Stadt arbeiten, auch wenn es finanziell großer Anstrengungen bedarf und die Einnahmesituation sich leider nicht verbessern wird.

Am Anfang dieses Jahres möchte ich es nicht versäumen, nochmals allen zu danken, die im sozialen, politischen, kulturellen, schulischen und sportlichen Bereich, in Vereinen und Verbänden, kirchlichen und städtischen Gremien das Leben in unserer Stadt und deren Zukunft mit gestaltet haben. Den Abgeordneten von Bundes- und Landtag, dem Landkreis Donau-Ries, den Damen und Herren des Stadtrates, den Behörden, den Kirchen, der Verwaltung und den Vertretern der Wirtschaft gilt mein Dank für Ihre stete Unterstützung und den Einsatz für die Belange der Stadt Rain. Mein besonderer Dank gilt ein weiteres Mal allen ehrenamtlich Tätigen in den Vereinen und Organisationen, die mit ihrer Arbeit unser städtisches Leben bereichern.


Ich verbinde meinen Dank mit der Erwartung, dass es uns auch in diesem Jahr gemeinsam gelingt, unser Rain als einen lebens- und liebenswerten Ort zu präsentieren und weiter zu entwickeln, in dem wir notwendige Veränderungen mutig angehen.


Das neue Jahr möge uns mit Gottes Segen Glück, Gesundheit und Zufriedenheit bringen.

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