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Neujahrsempfang 2018 - Rede des 1. Bürgermeisters Gerhard Martin

Neujahrsempfang 2018

(Begrüßung der Ehrengäste)

 

Neujahrsansprachen sind traditionell die Möglichkeit, das vergangene Jahr ein wenig Revue passieren zu lassen und einen Blick voraus in das noch junge Jahr zu wagen. Es ist aber auch die Möglichkeit einen intensiveren Blick auf das, was unserer Stadt ausmacht zu werfen.

 

Im Rückblick auf das Jahr 2017 bleibt für mich fest zu halten, dass auch dieses Jahr leider geprägt war von Schlagzeilen über Krieg und Terror in vielen Teilen der Welt. Gewalt und Drohung mit Gewalt haben geradezu Hochkonjunktur und leider scheint es den Verantwortlichen dieser Welt nicht zu gelingen, dagegen ein Rezept zu finden. Das gibt uns immer wieder Anlass zur Sorge. Auf der anderen Seite haben wir jedoch auch ein weiteres gutes Jahr gehabt. Reallohnsteigerungen, geringste Arbeitslosenzahlen, ständig steigende Lebenserwartung sind nur einige der wirklich positiven Aspekte des Jahres 2017.

Seit Jahren befindet sich die Wirtschaft Deutschlands in exzellenter Verfassung und ist Basis für eine gute Zukunft.

Für Deutschland eine neue politische Erfahrung ist die Situation der Bundespolitik. Seit den Wahlen im September ist es noch nicht gelungen, eine neue Regierung zu bilden. Ich hoffe, dass die politische Verantwortung gegenüber dem Land, die jede Partei hat die sich zur Wahl stellt, bald dazu führt, eine stabile Regierung zu bilden. Die Aufgaben für die kommenden Jahre sind ja nicht gerade gering.

 

In Rain haben wir allen Grund zufrieden auf das Jahr 2017 zurück zu blicken. Die wirtschaftliche Prosperität zeigt sich in der seit Jahren geringsten Rate an Arbeitslosigkeit, die im Jahresdurchschnitt lediglich 90 Personen betroffen hat. Gleichzeitig hat die Anzahl der in Rain besetzten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze mit 4200 (327 mehr als ein Jahr zuvor) den bisher höchsten Wert jemals erreicht und der Einpendlerüberschuß ist wieder angestiegen. Darüber hinaus sind noch 1.114 Personen geringfügig beschäftigt, davon 478 im Nebenjob.

Dass die Firmen in unserer Stadt eine gute Zukunft erwarten, zeigt sich auch in deren großen Investitionstätigkeit, die wir mit Freude begleiten. Im Rahmen des ISEK haben 2/3 der Befragten Rain als eher guten bis sehr guten Standort für die Zukunft beurteilt. Und sogar ¾ der Befragten haben die Zukunft an ihrem Standort als eher gut bis sehr gut angesehen.

Die Einwohnerzahl erreicht nach unserer eigenen Fortschreibung eine Zahl von 8926 Hauptwohnsitzen. Mit Nebenwohnsitzen zusammen sind derzeit 9266 Personen gemeldet

 

Die Steuereinnahmen der Stadt gestalten sich wieder erfreulicher. Die Gewerbesteuer ist mit 5,1 Mill. Euro um 1,1 Mill. Euro besser ausgefallen als erwartet. Auch die Einkommenssteuerbeteiligung wird die Prognosen übertreffen.

 

Der Ausbau und die Verbesserung der Infrastruktur konnte auch in diesem Jahr erfolgreich weitergeführt werden.

 

Besonders herausragend war sicher die Straßenbaumaßnahme Schlossstraße.

Im Oktober konnten wir die neugestaltete Schlossstraße dem Verkehr übergeben. Der längere Planungsprozess hat sich nicht nur meiner Ansicht nach gelohnt. Die Stadt lebt, wenn die Straßen und Plätze nicht nur als Fahrbahn und Parkplatz erlebt und verstanden werden. Dies gilt insbesondere für unsere Schlossstraße.

Sie war bisher in einem baulich sehr schlechten Zustand, uneben und mit verschiedenen Materialien belegt. Die Fußgänger mussten sich mit einem manchmal nur 60 cm breiten Gehweg begnügen, Barrierefreiheit war in keinem Fall gegeben. Der Straßenraum war durch parkende Fahrzeuge geprägt. Sie zeigte sich insgesamt als unattraktiv.

Heute präsentiert sich stattdessen inmitten unserer Altstadt ein vielbeachteter, multifunktionaler und optisch besonderes ansprechender Straßenraum. Im Laufe des Frühjahres werden wir nun den Übergangsbereich über die Hauptstraße zur Burggasse fertigstellen und damit für eine Verbesserung der Überquerung für Fußgänger sorgen.

Wie in allen Jahren zuvor, haben wir auch im vergangenen Jahr wieder erhebliche Anstrengungen in die Schaffung von Bauland unternommen.

Der Bebauungsplan Unterer Kirschbaumweg wurde genehmigt und die Erschließungsmaßnahmen haben bereits begonnen. Mit den 40 verfügbaren Bauplätzen für die Einzelhausbebauung, einer Fläche von 1 ha für den Geschoßwohnungsbau und der Fläche von 1,5 ha für den Einzelhandel ist es uns gelungen dringend benötigten Wohnungsbau zu ermöglichen und dem Einzelhandel weiter zu stärken, auch wenn es dabei zu Verlagerungen kommen wird.

Das Thema Wohnungsbau hat den Stadtrat in verschiedenen Facetten beschäftigt und dies natürlich nicht nur im Jahre 2017. Ich betrachte es als eine Daueraufgabe, alle Möglichkeiten zu nutzen, neuen Wohnraum entstehen zu lassen. Natürlich müssen dabei die rechtlichen Vorgaben eingehalten werden und nicht jedes Vorhaben kann deswegen so einfach durchgewunken werden. Allerdings hat die Stadt es ermöglicht, dass in den Jahren 2015-2017 insgesamt 130 Wohneinheiten genehmigt werden konnten. Ein besonderes Anliegen ist es uns dabei, die Nachverdichtung zu fördern und die Baulücken zu füllen.

 

Die gewerblichen Bauflächen wurden 2017 mit dem Industriegebiet Gempfinger Straße um 6 ha erweitert. Die Erschließungsmaßnahmen sind auch hier im vollen Gange und das Bauvorhaben der Firma Sunstar ist ebenfalls bereits gestartet. Wir erwarten uns mit der Ansiedlung der Europa Zentrale dieses Unternehmens weitere Impulse sowohl für den Standort Rain insgesamt, als auch für die Arbeitsplätze in der Stadt.

 

Große Investitionen im Bereich Abwasserbeseitigung Stadtteile, sowie in der Kläranlage Rain sind auch 2017 wieder getätigt worden. Sie finden vielleicht nicht immer die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, sind aber zwingende und notwendig um die Infrastruktur auf dem notwendigen technischen Standard zu halten.

Im Hochbaubereich ist es vor allem das neu entstehende Dorfgemeinschaftshaus Mittelstetten, das uns beschäftigt hat. Dieses Projekt ist sowohl im Zeit- als auch dem Kostenplan und wird die dörfliche Gemeinschaft dieses Stadtteils stärken.

Die Teilsanierung der Sauna verbessert die Freizeitmöglichkeiten in der Stadt.

Im besonderen Maße hat uns Neubaumaßnahme am Schulzentrum gefordert.

Die Planungen zum Abschluss zu bringen, den Zuwendungsantrag zeitgerecht ein zu reichen war ein besonderes Anliegen der Stadt. Der Stadtrat hat sich daher immer wieder mit nachdrücklichen und dringenden Forderungen an die Verantwortlichen gewandt um weitere Verzögerungen zu verhindern. Der Zuwendungsantrag ist nun eingereicht, die Planungen gehen weiter. Ich erwarte von allen Partnern in diesem Schulbauprojekt, dass alles getan wird, um Ende 2018 mit den Maßnahmen beginnen zu können. Diese notwendige Maßnahme ist schon zu lange diskutiert worden und verträgt im Interesse der Schülerinnen und Schüler, sowie dem Schulstandort Rain keinerlei weitere Hinausschiebungen.

Für die Grundschule ist die Ausschreibung der Planungsleistungen erfolgt und wir werden den Planungsprozess für den Teilneubau der Schule so gestalten, dass der Zuwendungsantrag bis zum 30.9. eingereicht werden kann.

 

Die Veranstaltungen des Jahres 2017 waren sehr gut besucht. Besonders herausheben möchte ich die Eisbahn, die wir zum ersten Mal angeboten hatten. Die Investition hat sich wirklich gelohnt. Die Nutzer waren sehr zahlreich (1600 Ausleihungen und 600 Schüler) und erfreuten sich an dem zusätzlichen Freizeitangebot. Die Witterung heuer ist zwar nicht so besonders, aber wir dürfen sicher wieder von einem großen Erfolg sprechen.

Ebenso besonders erfolgreich war die italienische Nacht, die erstmals durchgeführt wurde. Über 800 Gäste erlebten eine zauberhafte Nacht in unserem Schlossgarten. Selbstverständlich waren Weihnachtsmarkt und Stadtfest neben vielen weiteren hervorragenden Veranstaltungen wieder Publikumsmagnete.

 

Ich könnte den Rückblick noch um eine lange Liste von Investitionen und ähnlichem verlängern. Mir ist es aber ein besonderes Anliegen, wie ich anfangs schon erwähnt habe, auch einen besonderen Aspekt des städtischen Lebens in den Focus zu nehmen.

 

Wir haben heute Betreuer, Trainer, Übungsleiter, Jugendleiter und Vorstände von Rainer Vereinen und Organisationen eingeladen, die Kinder und Jugendarbeit als Aufgabe, mindestens jedoch als Teil ihrer Aufgabe betrachten. Sie meine Damen und Herren, die von den Vereinen benannt wurden, sind es, die sich in täglicher ehrenamtlicher Arbeit direkt mit Kindern und Jugendlichen beschäftigen und ihnen in vielfältiger Art und Weise zur Seite stehen.

Schon allein die große Zahl von Menschen, die uns genannt wurden, und die in so großer Zahl heute hier sind, zeigt welchen bedeutenden Stellenwert diese Aufgabe in unserer Stadt hat.

Die Lebensqualität einer Stadt zeigt sich gerade durch die Angebote in Kultur, Freizeit, Sport und den sonstigen Veranstaltungen. Unsere Vereine und Organisationen gestalten in besonderem Maße das öffentliche Leben.

Sie helfen in Notlagen, sie bieten Freizeitaktivitäten und Sportmöglichkeiten, sie organisieren kulturelle Veranstaltungen und frohe Feste. Nicht zuletzt bieten sie auch die Gelegenheit zum Treffen und fördern damit die sozialen Kontakte. Ehrenamtliche Arbeit fördert damit den Zusammenhalt in der örtlichen Gemeinschaft.

Gerade diejenigen die dabei Kinder und Jugendliche betreuen, haben hier eine ganz besondere Verantwortung und Aufgabe. Sie führen die Ihnen anvertrauten jungen Menschen nicht nur an den Sport, die Hilfeleistung oder die Kultur heran und bilden sie aus.

Mit ihrer Arbeit unterstützen sie die Bildung der Persönlichkeit. Sie bieten die Plattform für das Einüben von sozialen Verhaltensweisen. Sie sind Ansprechpartner und Vertrauter. Ich bin mir sicher, dass viele von ihnen als Vorbild dienen. Mit ihrem Engagement bieten sie auch jungen Menschen, die aus schwierigen Verhältnissen kommen Orientierung und eine gesicherte Struktur. Nicht zuletzt integrieren Sie verschiedene Schichten und Nationalitäten.

Sie bieten aber auch die Möglichkeit und den Raum für eigene Ideen und Gestaltungsmöglichkeiten der Jugendlichen. Die Möglichkeiten, die den jungen Menschen geboten werden könnten sind natürlich zahllos. Ich möchte Sie gerne ermutigen, ausgetretene Wege zu verlassen und neue Impulse zu setzen. Jungen Menschen an den Verein zu binden oder für den Verein zu gewinnen erfordert es auch, ihnen den Freiraum zu geben, eigene Erfahrungen zu sammeln. Dies geschieht am besten dadurch, dass sie eigene Projekte durchführen können.

Gerade in der heutigen Zeit, in der es nicht mehr selbstverständlich ist, sich langjährig zu engagieren, ist es besonders notwendig zu zeigen, wie erfüllend es ist, etwas für die Gemeinschaft zu tun. Dies wird durch ihr Beispiel den jungen Menschen eindrucksvoll demonstriert.

 

Weil wir Ihr Engagement besonders schätzen, ist es der Stadt eine selbstverständliche Pflicht, ihre Arbeit zu unterstützen. Dies geschieht sowohl in finanzieller Hinsicht, als auch im gemeinsamen Bau von Gebäuden und Sportstätten. Aber auch die kostenlose Bereitstellung öffentlicher Gebäude, des Hallenbades, der Turnhallen oder anderer Anlagen ist Ausdruck der Gemeinsamkeit von Stadt und Ehrenamt.

Jedes Jahr werden alleine von den Sportvereinen ca. 1.200 Kinder und Jugendliche betreut. Seit Jahrzehnten unterstützen wir diese Arbeit mit dem Jugendzuschuss von derzeit 15 Euro, mit den Übungsleiterzuschüssen und Investitionskostenförderung. Wenn man das so betrachtet, erreichen wir nahezu alle mit unserer Förderung und Sie mit ihrem Angebot. Dazu kommen allerdings noch die Förderung der Musikschule und der ehrenamtlichen Kinder- und Jugendbetreuung in verschiedensten Formen.

Alles in Allem sehe ich ein vielfältiges und breites Angebot für die Jugend in unserer Stadt. Inwieweit dieses noch durch weitere, offene Angebote ergänzt werden kann oder muss, wird die Fortsetzung der begonnenen Diskussion in diesem Jahr zeigen.

Konfuzius sagte angeblich einmal: Es ist besser ein Licht an zu zünden, als über die Dunkelheit zu schimpfen.

Sie, die sich ehrenamtlich für ihre Gemeinschaft engagieren, zünden viele dieser Lichter an und erhellen damit unser Leben. Dafür möchte ich Ihnen heute persönlich und im Namen der Stadt einfach nur „Danke“ sagen.

 

Der große deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe hat zum Jahreswechsel einmal gesagt:

Das neue Jahr sieht mich freundlich an, und ich lasse das alte mit seinem Sonnenschein und Wolken ruhig hinter mir.

 

In diesem Sinne sollten wir zuversichtlich in das Jahr 2018 gehen. Es hält für uns schöne Erfahrungen und Veranstaltungen bereit.

Es wird uns aber auch wieder in besonderer Weise fordern.

Seien es die Baugebietserschließungen, seien es die Sanierung von Straßen, die Schulbaumaßnahmen, die Fortführung der Innenstadtsanierung, die Suche nach neuem Bauland und vieles mehr.

Ich bin mir sicher, dass es uns gelingen wird auch im Jahre 2018 eine erfolgreiche Stadt zu sein. Dazu brauchen wir wieder viele wohlgeneigte Partner, die wie in den vergangenen Jahren uns wohlwollend begleiten.

 

Am Anfang dieses Jahres möchte ich es nicht versäumen, nochmals allen zu danken, die im sozialen, politischen, kulturellen, schulischen und sportlichen Bereich, in Vereinen und Verbänden, kirchlichen und städtischen Gremien das Leben in unserer Stadt und deren Zukunft mitgestaltet haben.

Den Abgeordneten von Bundestag und Landtag, dem Landkreis Donau-Ries, den Damen und Herren des Stadtrates, den Behörden, den Kirchen, der Verwaltung und den Vertretern der Wirtschaft gilt mein Dank für Ihre stete Unterstützung und den Einsatz für die Belange der Stadt Rain.

Mein besonderer Dank gilt ein weiteres Mal allen ehrenamtlich Tätigen in den Vereinen und Organisationen, die mit ihrer Arbeit unser städtisches Leben bereichern.

Ich verbinde meinen Dank mit der Erwartung, dass es uns auch in diesem Jahr gemeinsam gelingt, unser Rain als einen lebens- und liebenswerten Ort zu präsentieren und weiter zu entwickeln, in dem wir notwendige Veränderungen mutig angehen.

Das neue Jahr möge uns mit Gottes Segen Glück, Gesundheit und Zufriedenheit bringen.

 

 

 

 

 

 

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